JEV-Team am 24. Mai 2011

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JEV-Team am 2. März 2011

Rundbrief von Nicolas Bleck (JEV Guadalajara/Mexiko 2010/11)

Leise rieselt der Schnee…in der Weihnachtsbäckerei…es kommt ein Schiff…so langsam kommt auch bei mir Weihnachtsstimmung auf. Allerdings mit fast zweimonatiger Verspätung. Das liegt vor allem daran, dass mir eine meiner Rundbriefleserinnen eine CD mit selbstgespielten Weihnachtsweisen zugeschickt hat, die ich mir an einem Nachmittag in Endlosschleife angehört hab. Es kommen auch immer noch Weihnachtskarten an. Da sind schöne weihnachtliche Motive drauf zu sehen, so mit schneebedeckten Baumwipfeln. Schnee, was ist das? Hier in Guadalajara hat es das letzte Mal vor vierzehn Jahren geschneit… Mein Papa hat mir Bilder von unserem Garten zugeschickt. Unter der meterhohen Schneedecke hätte ich den fast nicht wiedererkannt.

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Rundbrief von Margerita Mycka (JEV Lodz/Polen 2010/11)

Hallo meine Lieben!

Seit der Herbstreflexion in Österreich, die mir so einiges klargemacht hat und von der ich vieles mitgenommen habe, ist auch schon so viel passiert.

jev-komm-lodzIhr wollt wissen, ob in Polen Schnee liegt?! Vor 2 Wochen kam man von der Arbeit nur noch zu Fuß nach Hause, weil durch das Schneechaos weder Autos noch Straßenbahnen mehr fahren konnten.

Nachdem das neue Zentrum endlich eröffnet ist, müssen wir uns nicht mehr zu acht in einen Raum quetschen. Das Zentrum ist wirklich schön geworden. Es wird (vor allem montags)sehr gerne besucht.

Durch das Packen und Verteilen der Weihnachtspäckchen an unsere Schützlinge war ich das 1. Mal schon Anfang Dezember in Weihnachtsstimmung.

Gerade letzte Woche hatte ich die Möglichkeit mit Schwester Ewa in die Ukraine zu fahren. Besonders wertvoll für mich, war die Begegnung mit Alfred Schreyer, dem letzten Juden in Drohobycz. Im Alter von 88 ½ Jahren und seinem fabelhaften Erinnerungsvermögen erzählte er uns von seinen schrecklichen Erlebnissenin 3 KZ-Lagern, die er wie durch ein Wunder überlebte:

„Auf dem Todesmarsch hatte ich die typischen Hungersymptome – völlig aufgedunsene Füße und einen abgemagerten Oberkörper – und fiel völlig entkräftet zurück bis ans Ende der Kolonne. Dort liefen deutsche Häftlinge, mit denen ich in Taucha die Baracke geteilt und denen ich manchmal, wenn das Licht gelöscht worden war, leise vorgesungen hatte (…). den gesamten Artikel lesen »

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Rundbrief von Johanna Hoffmann (JEV Berlin 2010/11)

„Nichts ist quälender als die Kränkung menschlicher Würde, nichts erniedrigender als die Knechtschaft. Die menschliche Würde und Freiheit sind uns natürlich. Also wahren wir sie oder sterben mit Würde.“ Cicero

Aber was, wenn gerade diese natürlich und selbstverständlich scheinende „menschliche Würde“ und „Freiheit“ nicht gegeben ist, sondern unterdrückt und verwehrt bleibt? berliner-kommWas, wenn Knechtschaft zur erschreckenden Normalität wird? Zu Realität? Können die Narben dieser Qualen jemals vollständig verschwinden? Wozu sind Menschen fähig, wenn es um Macht, den eigenen Vorteil, ja wenn es mehr als alles andere um Geld geht? Was, wenn der Mensch, wenn die Frau nicht mehr Mensch, sondern nur noch Gegenstand darstellt? Wie blind ist die Gesellschaft, wenn die der Markt der Zwangsprostitution und dem Handel mit der Ware Frau boomt. Und offensichtlich niemand Konsument sein will.

Fragen der Gerechtigkeit, Zweifel an der Gesellschaft und dem Menschen. den gesamten Artikel lesen »

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JEV-Team am 4. November 2010

Rundbrief von Lea Völker (JEV Tuzla 2010/11)

Lieber Förderkreis, liebe Unterstützer_innen, liebe Freunde und liebe Familie,

woran erkennt man (s)ein Zuhause?

Erkennt man es daran, dass man das Gefühl hat, einen Platz zu haben in dem Umfeld, in dem man lebt? Gute Beziehungen zu den Menschen, die einen umgeben? Oder daran, dass jev-einfuhrungsseminar-sept-2010man sich wenige Fragen über die Beschaffenheit des Umfeldes und die alltäglichen Abläufe stellt? Zugehörigkeit und Normalität also?

Seit drei Wochen lebe ich nun in Tuzla und ich kann nicht sagen, dass ich einen Platz oder, was ich dafür hielt: Aufgaben hätte – oder Beziehungen zu Bosniern, die auf gegenseitigem Verständnis basieren. Ich verstehe nicht, was um mich herum geschieht, was für die Menschen hier Alltag ist, lebe ich mit, ohne Gründe, Ursache und Wirkung wirklich bestimmen zu können.

Und trotzdem ist Tuzla bereits mein Zuhause. den gesamten Artikel lesen »

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Rundbrief von Katharina Roskos  (JEV Guadalajara/Mexiko 2010/11)

Liebe Freunde, Verwandte und Bekannte,

es ist kaum zu glauben, aber ich bin tatsächlich in Guadalajara, Mexiko gelandet!

Und das kam so: In meinem Kopf war schon lange der Wunsch mal was ganz anderes zu machen, als in der Schule zusitzen und zu büffeln. Die ganze Theorie hing mir zum Hals raus, ich wollte praktisch etwas tun. Etwas sinnvolles. Und der Reiz von einem Jahr im Ausland, das ich zur Arbeit mit Menschen einsetzen könnte, wurde immer größer. Denn ich finde in Gemeinschaft mit Menschen lernt man am meisten über das Leben. Also machte ich mich auf die Suche… frei nach dem Motto:“ Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.“(Hermann Hesse)

guadalajara-komm-2010-11… und ich fand JEV – Jesuit European Volunteers. Ich konnte mein Glück kaum fassen, denn JEV steht ziemlich genau für das was ich suchte. Ein Jahr etwas Sinnvolles tun ist niedergeschrieben in der Grundlinie “Einsatz für Gerechtigkeit“. Ich und der gesamte JEV-Jahrgang (wir sind insgesamt 28 JEVs in Osteuropa, Deutschland, Österreich und Mexiko) arbeiten in sozialen Brennpunkten mit Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen. Das kann ein Hospiz in Rumänien, ein Frauenhaus in Berlin oder ein Besuchdienst für ehemalige KZHäftlinge in Polen sein. In meinem Fall ist es die Hellen-Keller Schule für blinde und mehrfach behinderte Kinder hier in Guadalajara. Dazu später mehr. den gesamten Artikel lesen »

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JEV-Team am 3. November 2010

Rundbrief von Mareike Balcer (  JEV Timisoara 2010/11)

„Wo alles auseinander fällt, kann ich wenigstens nichts kaputt machen.“………Und es war Liebe auf den ersten Blick………

Hallo ihr Lieben,

vielleicht findet ihr es etwas erstaunlich, dass ihr schon jetzt meinen ersten Rundbrief erhaltet. Die ganz simple Erklärung dafür ist, dass, obwohl ich erst seit einer Woche hier in Rumänien bin, schon so viele Eindrücke mein Kopf und vor allem mein Herz kräftig aufgewühlt haben. So muss und will ich euch nun einfach von meinem Leben hier mareike-jev-timisoara-2010-11berichten und wünsche euch viel Spaß bei der Lektüre.

„Breite deine Flügel aus und steig auf in den weiten Himmel deiner Möglichkeiten. Wann, wenn nicht jetzt? Wo, wenn nicht hier?“

Von diesem Vers begleitet, machte ich mich am Abend des 10.9. mit meiner Kommunität in’s geographisch zwar nicht allzu ferne, aber trotzdem mir sehr fremde Rumänien auf. Schon die Busfahrt in einem ausschließlich von Rumänen besetzten Bus, ließ mich erahnen, dass vielleicht nicht mal immer die Menschen, mit denen wir zukünftig arbeiten die „Menschen am Rande“ sind, sondern zu Anfang vielleicht sogar wir selbst, was mich schon ein wenig schmunzeln ließ. Aber mehr dazu später.

Kurz gesagt: Das uns prophezeite Abenteuer begann schon bei der Anreise. Für mich persönlich war diese Busfahrt mehr als unangenehm, da ich, wie schon erwähnt, kein Wort der Mitreisenden oder des Busfahrers verstand und es außerdem einige für mich befremdliche Situationen gab.

Dazu gehörte vor allem der Umgang der Grenzbeamten mit den Rumänen und speziell mit drei jungen Roma-Frauen, die erniedrigend auf Herz und Nieren geprüft wurden. Ob man sich wohl an solche Dinge gewöhnt? den gesamten Artikel lesen »

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Rundbrief von Magdalena Helgers (JEV Graz)

“Das Schönste an einer Freundschaft ist nicht die ausgestreckte Hand, das freundliche Lächeln oder der menschliche Kontakt, sondern das erhebende Gefühl, jemanden zu haben, der an einen glaubt und einem Vertrauen schenkt”. Ralph Waldo Emerson

Hallo ihr Lieben,

seit meinem letzten Rundbrief ist eine Menge Zeit vergangen. Und das nicht etwa, weil ich nichts zu erzählen hätte… Es passiert so viel, dass ich gar nicht weiß, wo und wie ich anfangen soll. Deshalb habe ich das Schreiben des Briefes immer weiter heraus gezögert. Was es ja nicht unbedingt besser macht… Jetzt hat das ewige Hinausschieben aber ein Ende und ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen meines 3. Rundbriefes!

Graz Komm Auf der Arbeit weiß ich morgens nie, was mich erwartet. Es passieren täglich gefühlte tausend verschiedene Dinge und ich wechsle ständig von einer Stimmung in die nächste. Ein lockeres Gespräch mit einer Bewohnerin kann von der Nachricht eines negativen Bescheides für eine andere unterbrochen werden; während ich mit einem Kind spiele, kann gleichzeitig der Krankenwagen für eine in der Küche kollabierte Frau gerufen werden müssen. Es kann stundenlang ruhig sein, und plötzlich kommt ein Wirbelsturm an Fragen, Vorfällen und Erledigungen auf mich zu. Die Kriese kann auch um kurz vor fünf ausbrechen, dann, wenn ich in Gedanken schon auf dem Weg nach Hause bin. Das ist einerseits anstrengend, zeichnet aber andererseits die Arbeit mit Menschen aus. Es gibt dem Alltag eine Lebendigkeit und Fülle, die mir beim Arbeiten mit Daten, Reagenzgläsern oder Maschinen fehlen würde. Ich wünsche mir manchmal, dass ich alle lustigen, dramatischen, bizarren, traurigen, glücklichen… Situationen, die ich mit den Frauen und Kindern erlebt habe, wie Schnappschüsse festhalten könnte, um mich möglichst lange daran erinnern zu können. den gesamten Artikel lesen »

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Rundbrief von Katharina (JEV Timisoara/Rumänien)

Eine der vier Grundlinien, auf die ich mich dieses Jahr einlasse, ist ja das “einfache Leben”. Auf unnötigen Konsum verzichten, mit wenig Geld auskommen. Neulich fiel mir die Doppeldeutigkeit des Begriffes “einfach Leben” auf, nämlich Komm Timisoara dass man es auch ganz simpel als “einfach leben” ansehen kann. Etwas, das ich in Deutschland getan habe, ich habe einfach gelebt. Doch hier, wie oft habe ich mich gesorgt, dass ich nicht genug tun kann, zu wenig mache, es mehr sein müsste. Wie viel habe ich mir den Kopf zerbrochen. Nun lebe ich einfach. Und genau das ist für vieles der Schlüssel…

Heute Abend bin ich alleine zuhause und möchte diese Zeit und Ruhe nutzen, die vergangenen Wochen für mich und euch zu sammeln und nieder zu schreiben. Während mir die anderen beiden Rundbriefe recht leicht von der Hand gingen, finde ich bei diesem keinen Anfang. Es ist, als sei ich neu geboren und aufgewacht. Ich habe mich verliebt. In die Menschen, in die Sprache, in das Land. Ich habe meinen Platz gefunden und das alles kam ganz langsam und doch war es plötzlich einfach da: Dieses Gefühl. den gesamten Artikel lesen »

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Rundbrief von André Biakowski (JEV Lodz/Polen)

Hallo Ihr Lieben,

ihr werdet Euch fragen, wie ist es in Polen?  Bisher bestanden meine ersten Erfahrungen nur aus dem Kontext Łódż und einer Wochenendreise nach Krakau. Zu wenig um eine erste Aussage über ein Land machen zu können. Es wäre so, wie wenn eine polnische Familie ihren Sohn, der ein Jahr in Deutschland lebt das Gleiche fragen würde und er zur Beantwortung nur seine Umgebung in Berlin hätte. Also hieß es den Rucksack packen und sich auf die Reise begeben, von der ich Euch in zehn „Skizzen“ berichten will.
Skizze N° 1

– Warum reichen 45 Liter nicht aus? –

Der unliebsame Klingelton meines Handys warf mich förmlich aus dem Bett und heute am 19.12.2009 sollte also alles SONY DSC beginnen. Rucksacken packen bin ich ja von meinen Pilgerreisen auf dem Jakobusweg[1] gewöhnt, doch ist es jedes mal immer wieder etwas Neues. Meine Anziehsachen hingen noch auf dem Wäscheständer, waren aber bügelfrei getrocknet, stellt ich  mir die Frage, den dicken Pullover unten oder oben in den Rucksack? Ach und die Unterlagen zum Polnischlernen sollten auch noch mit. Schnell war klar, der Rucksack ist zu klein und 45 Liter reichen nicht aus. Einfacher Lebensstil, was bleibt da? den gesamten Artikel lesen »

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